Die acht legendärsten Fussballspieler des FC Schalke 04 aller Zeiten

Schalke 04 gehört zu den beliebtesten deutschen Fußballvereinen und kann auf eine Tradition von mehr als einem Jahrhundert zurückblicken. In dieser Zeit hat der Verein nicht nur viele Titel gewonnen, sondern auch für einige große Geschichten gesorgt: Vom “Schalker Kreisel” bis hin zu den “Eurofightern”. Geprägt wurde die Vereinsgeschichte aber auch von legendären Spielern:

8. Raul

Torhüter

Ein echter Weltstar wechselte im Sommer 2010 in das Ruhrgebiet. Raúl González Blanco war bei Real Madrid zur Legende geworden und gewann dort unter anderem dreimal die UEFA Champions League und siebenmal die spanische Meisterschaft. Kurioserweise konnte er aber nie den nationalen Pokal gewinnen. Dies änderte sich auf Schalke, wo Raul mit seinen Toren zum Pokalsieg in der Saison 2010/11 beitrug. Unvergessen ist aber vor allem ein anderes Spiel mit Raul im Schalker Trikot: Im Champions League Viertelfinale 2011 schlugen die Knappen den Titelverteidiger Inter Mailand in einem berauschenden Spiel mit 5:2 und konnten erstmals ins Halbfinale einziehen. Obwohl Raul seine Zeit auf Schalke nach nur zwei Jahren wieder beendete und seine Karriere in Katar ausklingen ließ, ist er immer in der Diskussion, wenn es um legendärste Fussballspieler im Ruhrgebiet geht.

7. Jiri Nemec

Trainer und Team

In 256 Bundesligaspielen für Schalke 04 erzielte der tschechische Mittelfeldspieler lediglich sechs Tore. Manager Rudi Assauer nannte Nemec nicht nur seinen Lieblingsspieler, sondern hatte auch für dessen wenige Tore eine einleuchtende Erklärung: Er mache keine Tore, weil er nicht umarmt werden wolle. Trotzdem war Nemec als Spielgestalter auf Schalke lange Jahre unverzichtbar und gewann mit dem Verein 1997 den UEFA Pokal. Im selben Jahr wurde er zu Tschechiens Fußballer des Jahres gewählt. Etwas kurios ist Nemec Spitzname: Der legendärste Fussballspieler aus Tschechien im Trikot von Schalke 04 wurde “Meister” gerufen – verpasste in der Saison 2001/02 die Meisterschaft aber um Haaresbreite.

6. Klaus Fichtel

477 Bundesligaspiele, 53 Pokalspiele und 20 Europapokaleinsätze. Kein Spieler hielt öfter die Knochen für Schalke 04 hin als der beinharte und zuverlässige Abwehrspieler. Diese Zahlen sind umso beeindruckender, weil Fichtel zwischendurch immerhin noch vier Jahre bei Werder Bremen spielte. Wie viel Respekt dem “Tanne” gerufenen Rekordspieler entgegengebracht wurde, zeigte sein Abschiedsspiel, bei dem 1986 mit Fritz Walter Uwe Seeler und Franz Beckenbauer gleich drei Ehrenspielführer der Nationalmannschaft aktiv waren. Das Ende bedeutete dies allerdings noch nicht. Erst 1988 beendete Fichtel seine Karriere im Schalker Trikot – mit 43 Jahren, sechs Monaten und drei Tagen.

5. Klaus Fischer

Fußballspiel

Mit insgesamt 268 Toren liegt Klaus Fischer auf Platz Zwei der ewigen Torschützenliste der Fußball Bundesliga. International bekannt wurde er aber vor allem durch die Art und Weise wie er diese Tore erzielte: Per Fallrückzieher. Insgesamt viermal traf der Stürmer auf diese Weise – unter anderem im WM-Halbfinale 1982 gegen Frankreich in der legendären “Nacht von Sevilla”. Überschattet wurde die Karriere Fischers allerdings auch von Manipulationsvorwürfen. Er war in den Bundesligaskandal 1970/71 verwickelt und ursprünglich lebenslang gesperrt. Nach nur einer Saison wurde er allerdings begnadigt. Gelohnt hat sich die Manipulation nicht: Für das verlorene Spiel erhielten die Schalker 2.300 Euro – die Siegprämie lag bei 2.000 Euro.

4. Ernst Kuzorra

Stolze 27 Jahre – von 1923 bis 1950 – lief der der legendäre Stürmer im Schalker Trikot auf. Nie trug er ein anderes Trikot. Unsterblich wurde Kuzorra im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1934: Trotz eines Leistenbruchs blieb er bis zum Ende der Partie auf dem Feld und erzielte kurz vor Schluss sogar noch den Siegtreffer zur ersten Schalker Meisterschaft. Noch auf dem Platz brach Kuzorra zusammen und gehört seitdem zu den legendärsten Fussballspielern der Vereinsgeschichte. Welche Bedeutung Kuzorra besaß, wurde auch nach seinem Tod 1990 noch einmal deutlich: Der als Sonnenkönig bekannte Schalke-Präsident Günter Eichberg ließ den Trauerzug wiederholen, weil er es nicht rechtzeitig aus dem Urlaub zurück geschafft hatte.

3. Marc Wilmots

Kinder spielen Ball

Kaum ein Spieler wurde von den Schalker Fans so verehrt wie Marc Wilmots. Dies lag zum einen daran, dass der Belgier ein durchaus talentierter Fußballer war. Vor allem aber feierten die Anhänger den Mittelfeldspieler, weil er wie kein anderer das Arbeiterimage des Ruhrgebiets verkörperte. Nicht umsonst erhielt er den Spitznamen “Wili, das Kampfschwein” – was ausschließlich als Kompliment gemeint war. Der Kapitän übernahm zudem auch Verantwortung: Im UEFA Cup Finale 1997 verwandelte er den siegbringenden Elfmeter gegen Inter Mailand.

2. Fritz Szepan

Neben seinem Schwager Ernst Kuzorra gehörte Fritz Szepan zu den prägenden Figuren des Schalker Kreisel. Dieses Spielsystem beruhte auf schnellen, kurzen und extrem genauen Pässen und war in den 1930er und 1940er Jahren revolutionär. Der Halbstürmer profitierte davon und erzielte insgesamt 234 Tore im Schalker Trikot. Lohn der Arbeit: Insgesamt sechs Deutsche Meistertitel. Im Nationaltrikot musste Szepan allerdings seine größte Enttäuschung verkraften. Vor der Weltmeisterschaft 1938 galt Deutschland als Geheimfavorit. Nach dem Anschluss Österreichs wurden die beiden Nationalteams allerdings zusammengelegt. Die Spielsysteme waren aber nicht kompatibel und Deutschland scheiterte bereits im Achtelfinale an der Schweiz.

1. Stan Libuda

Team von Kindern

Kaum eine Rivalität im deutschen Fußball ist größer als die zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04. Im August 1996 trauerten aber beide Fanlage gleichermaßen, um eine Vereinsikone. Stan Libuda war ein klassischer Rechtsaußen, dribbelstark und trickreich. Bei den Fans führte dies zu einer ganz besonderen Form der Verehrung. Als ein Prediger Plakate mit dem Slogan “An Gott kommt keiner vorbei” aufhängen ließ, schrieben Schalke-Fans darunter jeweils den Zusatz “außer Stan Libuda”. Insgesamt acht Jahre lief der Mittelfeldspieler im königsblauen Trikot auf und ist bis heute in der Nähe des Stadions präsent: Die Zufahrtsstraße trägt den Namen “Stan-Libuda-Weg”.